Im Winter ruht die finnische Natur und
sammelt Kräfte. Mehrjährige Pflanzen,
wie die Bäume, beginnen schon im Sommer Nährstoffe in ihren Wurzeln,
dem Stamm, Knospen und anderen
überwinternden Teilen einzulagern.
Im Herbst geht die Abhärtung weiter.
Zum Beispiel kann Heidelbeerkraut im
Januar Temperaturen von -30° C er-
tragen, im Oktober aber nur -15° C.
Im Herbst tropft der größte Teil der Zell-
flüssigkeit in die Zellenzwischenräume.
Im übrigbleibenden Zellsaft erhöht sich
der Zuckergehalt, er verdichtet sich und
erträgt tiefere Temperaturen. Auf diese
Weise können Pflanzen ihren
Gefrierpunkt im Zelleninneren senken.

Im Frühling erwacht die Natur allmählich.
Für die Ernte von wildwachsenden
Beeren sind Spätfröste im Frühling die
gefährlichste Zeit, wenn die Knospen
und Blüten dann anfangen auszutrei-ben.
Frostschäden können den Ernteertrag
verschlechtern, und in einigen Fällen, bei
früh blühenden Arten, völligen Ausfall
bedeuten. Besonders in flachem Gelände
sind die Blüten der wachsenden Beeren
stärker von Frost bedroht als in
Gewässernähe und an Abhängen
wachsende Beeren. Das Jahr 2008 war
beispielsweise ein sehr schlechtes Jahr
für Heidelbeeren, da die Blüten aufgrund von Frühlingsfrösten fast in ganz
Finnland erfroren.